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agent-provocateur.ch hat Ende 2008 seine Aktivitäten eingestellt!

agent-provocateur.ch a cessé d’exister fin 2008!

Der Sieger der Kopfgeldaktion von agent-provocateur.ch ist bekannt: Till Lincke will mit der kantonalen Initiative „Mehr Ufer“ den Zürichsee absenken. Damit schafft er Neuland für die Phantasie, hebelt die verlogene Gemeindepolitik rund um den See aus und schützt vor kommenden Katastrophen.  
Ausführliche Informationen dazu unter www.mehr-ufer.ch   

20’000 Franken hatte agent-provocateur.ch für die Aktion geboten, die am schärfsten schiesst. Das Geld war zwei Wochen lang im Schaufenster des Cabaret Voltaire zu sehen. Der Aufruf hat gewirkt: Nach über 300 Einreichungen ist klar, dass Herr und Frau Schweizer mit ihrem Land nicht so zufrieden sind, wie es die Umfragen uns immer weismachen wollen. Pöstler, Sozialarbeiter, Künstler, Arbeitslose, Betriebswirte, Kleinunternehmer, Gastronomen, Schüler und Eltern haben mitgemacht und ihrem Unmut frei und fantasievoll Lauf gelassen. Würde man alle eingegangenen Ideen realisieren, könnte sich manch einer die Augen reiben: Die Betreiber der Non-Profit-Plattform agent-provocateur.ch sind beeindruckt vom Bild einer aufmüpfigen und subversiven Schweiz, das sich aufgrund der eingegangenen Ideen abzeichnet: Handwerker, die den Arbeitsalltag zum Erliegen bringen, weil sie sich für einmal streng und buchstabentreu an alle Regeln und Auflagen halten, ein brennender Ausländer in der Bahnhofshalle, ein Aufmarsch prominenter vierzigjähriger Frauen, die gemeinsam „wallen“ und die dabei freigesetzte Energie messen lassen, Rinderbarrieren vor dem Bundeshaus oder die Aussiedlung eines echten Roma-Ehepaars in den Alpen, ausgestattet mit Peilsender wie etwa Bartgeier oder Luchs – Die prominenteste Eingabe stammt allerdings aus dem benachbarten Ausland: Der österreichische Aktionskünstler und Medienstar Hermes Phettberg bietet an, auf Befehl von Passanten öffentlich zu masturbieren, und den, der ihn dabei „in SM-Manier“ zum Höhepunkt treibt, am Künstlerhonorar zu beteiligen. Leider kann aus dem elektrisierenden Spektrum nur eine Idee umgesetzt werden. Wann, wo und wie bleibt natürlich vorerst das Geheimnis von agent-provocateur.ch.

MISE-A-PRIX: le gagnant reste secret   

Agent-provocateur.ch avait mis au concours CHF 20′000.- pour une action qui tape dans le mille. L’argent était exposé pendant deux semaines dans la vitrine du Cabaret Voltaire à Zurich. L’appel a fonctionné : Avec presque 300 contributions obtenues, il est clair que les Suisses ne sont pas aussi satisfaits de leur pays que les sondages veulent le faire croire. Postiers, travailleurs sociaux, artistes, chômeurs, spécialistes du marketing, entrepreneurs, restaurateurs, élèves et parents ont participé et laissé libre cours à leur créativité et leur grogne. Si l’on réalisait toutes les idées, une autre image de la Suisse s’offrirait à nous, subversive, révoltée et enjouée : Des ouvriers qui menacent le bon fonctionnement du pays en appliquant à la lettre toutes les règles et toutes les mesures de sécurité. Un étranger qui brûle dans un hall de gare. Une manifestation de femmes en pleine ménopause, se réunissant sur une place suisse et mesurant l’énergie ainsi dégagée. Des barrières bovines devant le Palais fédéral. L’évacuation d’un couple de Roma dans les Alpes, équipé d’un émetteur comme le lynx. Même l’artiste actionniste autrichien Hermes Phettberg a participé avec une idée entre action et spectacle sado-maso. Une seule des 300 idées sera réalisée. Pour des raisons évidentes, agent-provocateur.ch ne communiquera pas lieu et date préalablement. 

Eindruck vom Lettengrund. Angry  coach von Lutz/Guggisberg am Oberen Letten. Pendant l’Euro, projection du film agent-provocateur.ch Angry coach de Lutz/Guggisberg à Zürich.
 angry-coach_l.jpg 

In der Ausstellung “Shifting Identities” ist seit dem 5.6.08 die Original-Soundbombe der Muezzin-Aktion von Johannes Gees zu sehen - und zu hören.

 

 

 

agent-provocateur.ch s’infiltre au Kunsthaus Zürich:

 

À partir du 5.6.08, dans le cadre de l’exposition “Shifting Identities“:  Présentation visuelle et auditive de la bombe sonore originale de l’action Muezzin de Johannes Gees.

 

 

salat-gees 

    

 DAS IST NOCH ZU WENIG: WEITERHIN IDEEN GESUCHT!    mehr über kopfgeld hier 

TREFFSICHERE IDEEN GESUCHT
agent-provocateur.ch bietet 20′000.- für die Aktion, die am schärfsten schiesst.
Ihr Kopf, bzw. Ihre Idee ist uns viel Geld wert. agent-provocateur.ch zahlt CHF 20000.– für eine Aktion, die an einem beliebigen Ort der Schweiz stattfindet und landesweit Aufsehen erregt. Die Aktion sorgt für Diskussionsstoff, greift ein wichtiges aktuelles Thema auf, löst abgenutzte Gegensätze auf, provoziert den politischen Gegner oder demaskiert einen Feind, der nie sein wahres Gesicht zeigt. Sie bedient sich künstlerischer Mittel, ätzender Satire oder heiliger Wut – in jedem Fall stört sie den reibungslosen Alltag, verbindet Intelligenz mit Angriffslust und sie trifft mitten ins Herz der Schweiz.Das Geld ist vom 20. bis zum 30. Mai im Schaufenster des Cabaret Voltaire in Zürich zu sehen.
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Pressemitteilung als pdf

MISE-À-PRIX
agent-provocateur.ch offre 20′000.– pour une intervention qui frappe dans le mille.
Votre tête et vos idées nous sont chères: agent-provocateur.ch offre une prime de CHF 20 000.– pour une intervention ayant lieu en Suisse et attirant l’attention dans tout le pays. Tous les moyens seront bons: humour grinçant, sainte colère, rage artistique. L’action visée devra lier intelligence et agressivité et frapper au coeur de la Suisse.À partir du 20 mai et jusqu’au 30 mai 2008, CHF 20 000.– en billets de banque seront exposés dans la vitrine du Cabaret Voltaire à Zurich.
Plus d’infos
Communiqué de presse pdf

Mathias Heybrock widmet agent-provocateur.ch ganze zwei Seiten. Erschienen ist der Bericht am 25.4.08 im Kulturmagazin der Basler Zeitung.

Der Beitrag kann hier als PDF heruntergeladen werden. 

Liebe Freunde von agent-provocateur.ch

((La version française se trouve à la fin de la newsletter))

Im Kino
Folgende Wettberwerbsfilme sind seit letzter Woche und in Zukunft im Riffraff/Zürich und im Bourbaki/Luzern am Ende des Werbeblocks zu sehen:

14.2. bis 12.3.

RR 1&2 / BB 1&4
ap 225 Nathalie Oestreicher: Coeur Sensible

RR 3&4 / BB 2&3
ap 224 Fabio Friedli: Vergessen

13.3. bis 9.4.
RR 1&2 / BB 1&4
ap 221 Gerda Steiner/Jürg Lenzlinger: Im Hinterland

RR 3&4 / BB 2&3
ap 238 Béla Batthyany / Sibilla Semadeni. Buh!

10.4. bis 7.5.
RR 1&2 / BB 1&4
ap 227 Tashi Brauen: Die hohle Hand

RR 3&4 / BB 2&3
ap230 Barbara Kulcsar: Endabrechnung

8.5. bis 4.6.
RR 1&2 / BB 1&4
ap 234 Stefanie Christ: Lebrun no9

RR 3&4 / BB 2&3
ap 235 Jonas und Lea Meyer: Affentulo

Coeur Sensible und Im Hinterland sind ausserdem im zinema in Lausanne (www.zinema.ch) zu sehen.
Reaktionen auf die Siegerfilme

Auf unserer Homepage findet eine rege Diskussion um die Siegerfilme des Wettbewerbs zum Thema Angst statt. Die Filme lassen nicht gleichgültig – und das freut uns sehr. Ausserdem: Die Redaktion von agent-provocateur.ch kommentiert die Auswahl der Jury.
Agent-provocateur.ch in Bern

Am 4. März wird im Käfigturm in Bern (Bärenplatz) die Ausstellung “Schweizerfilm” eröffnet.
Dort sind unter anderem auch agent-provocateur.ch-Filme zu sehen.

Infos zur Ausstellung findet Ihr hier.

((Version française))

Chers amis d’agent-provocateur.ch

Au cinéma

Les films suivants seront montrés dans les salles Riffraff/ Zurich et Bourbaki Luzern:

14.2. bis 12.3.
RR 1&2 / BB 1&4
ap 225 Nathalie Oestreicher: Coeur Sensible

RR 3&4 / BB 2&3
ap 224 Fabio Friedli: Vergessen

13.3. bis 9.4.
RR 1&2 / BB 1&4
ap 221 Gerda Steiner/Jürg Lenzlinger: Im Hinterland

RR 3&4 / BB 2&3
ap 238 Béla Batthyany / Sibilla Semadeni. Buh!

10.4. bis 7.5.
RR 1&2 / BB 1&4
ap 227 Tashi Brauen: Die hohle Hand

RR 3&4 / BB 2&3
ap230 Barbara Kulcsar: Endabrechnung

8.5. bis 4.6.
RR 1&2 / BB 1&4
ap 234 Stefanie Christ: Lebrun no9

RR 3&4 / BB 2&3
ap 235 Jonas und Lea Meyer: Affentulo

De plus, „Coeur Sensible“ et „Im Hinterland“ sont programmés au zinema, salle 1, à Lausanne

De nombreuses réactions aux films gagnants du concours
Une discussion animée autour des films gagnants de notre concours (à titre de rappel: le sujet en était „la peur“) a actuellement lieu sur notre site. Nous sous en réjouissons! De plus: la rédaction agent-provocateur.ch commentente à son tour le choix du jury. A lire (en allemand) ici:

Agent-provocateur.ch à Berne
Le 4 mars prochain, inauguration au Käfigturm à Berne (Bärenplatz) de l’exposition “Cinema Suisse”. On y verra entre autre une sélection de films agent-provocateur.ch.

Cliquez ici pour plus d’informations.

jury2008

Coeur sensible

Der Film „Coeur sensible“ von Nathalie Oestreicher lässt sich nur erleben. Ein Herz wird geraffelt: etwas, das sich, auch von der Materialität her, dem Raffeln widersetzt. Und das tut richtig weh. Macht der Film Angst? Nein, aber er findet für ein existenzielles Grundgefühl eine radikale Metapher. Das Bild ist in seiner Brutalität und Eigensinnigkeit sofort und intuitiv erfahrbar. Angst kann hier als permanente Aufreibung am eigenen Da-Sein verstanden werden. Dass es die typisch schweizerische Bircherraffel ist, kann als zusätzliche Pointe gesehen werden. Gleichzeitig lässt sich dieses Bild nicht auf eine Bedeutung reduzieren, und genau das macht den Film spannend. Der Zuschauer wird mit diesem Film konfrontiert und seine je individuelle Lesart ist gefragt. Zum Film

Vergessen

Der Film beschäftigt sich in dreissig Sekunden mit der Ewigkeit. Was muss um jeden Preis behalten werden, was darf ins schwarze Loch des Vergessens? Am Ende bleibt die Angst, das Vergessen zu vergessen. Oder: wie man Verdrängen im Umkehrschluss visualisieren kann. Zum Film

Im Hinterland

Auf den ersten Blick entwirft dieser Film ein Vorgartenidyll mit Hundekunststück, ästhetisch angelehnt an Youtube-Dutzendware. Die vermeintliche Harmlosigkeit hat es aber in sich: Wieso stellt sich der Hund tot? Was bedeutet das Spiel dann, wenn es Ernst gilt? Entpuppt sich der Vorgarten letztendlich nicht als Trainingsplatz für eine Angstgesellschaft, die sich im Zweifelsfall tot stellt? Zum Film

Haseznacht

Der Film spielt mit den Elementen des Horrorfilms: Dieser Hase kann einen das Fürchten lehren. Dass er sich am Schluss ganz lieb selbst zu Grabe trägt, zeugt von einer seltsam anmutenden Versöhung mit der erlebten Angst. Oder ist es ein Zombie, der noch über den eigenen Tod hinaus gegeisselt wird? Zum Film

Ohne Titel

Ein Leben im Zeitraffer. Unausweichlich, bis zum Tod, mit überraschenden Bildern und rasantem Text – und immer getragen von der Panik, den gesellschaftlichen Zwängen und Idealbildern nicht gerecht zu werden. Wenn das alles sein soll, was von Leben übrig bleibt, kann einem das wahrlich Angst einjagen. Zum Film

Plinio Bachmann u. Gesa Schneider für agent-provocateur.ch